Ehemalige Kinder

Mercy

Sie war in 2009 nur ein paar Monate bei Malaika gewesen, als es einen Konflikt wegen gestohlenen Geldes gab. Eines Tages war Mercy verschwunden. Das Problem hatte sich nicht lösen lassen. Wir erfuhren, dass sie zu einer Tante gegangen war, die in der Verwandtschaft um Geld für Mercy bettelte. Sie konnte also eine Sekundarschule besuchen und brauchte Malaikas Hilfe nicht. Was sie  heutzutage macht, wissen wir nicht…

Joram

Er war ein Straßenjunge und wurde – zusammen mit Warui – ins Kindergefängnis gesteckt – wegen Herumlungerns. Die Kinderbehörde brachte die beiden Jungs zu uns. Joram war ein sehr intelligenter Junge, aber er war auch sehr schwierig. Wir versuchten es mit einem Internat. Dort war er nicht tragbar. Er hatte behauptet, seine Eltern seien gestorben, was sich als falsch erwies. Wir brachten ihn zurück zu seiner Mutter, die sehr weinte. Er büxte aus – schon nach 10 Minuten!

Kibet

Kibet wurde uns von der Behörde gebracht – er sei als knapp Zweijähriger in Nakuru Nähe Bahnhof gefunden worden. Der „Finder“ stellte sich als der Vater heraus, der diesen Sohn loswerden wollte. Beide Eltern wurden verhaftet und kamen ins Gefängnis – so wurde uns gesagt. Trotzdem wurde er uns wieder weggenommen, obwohl wir erbittert gegen die Behördenentscheidung kämpften. Inzwischen wurde er von einem kenianischen Ehepaar adoptiert.

Wanjohi und Chege

Diese beiden Brüder wurden uns von der Großmutter gebracht – mit Einverständnis der Behörde. Wir – Personal, Praktikanten und Besucher – liebten die beiden Kinder sehr. Nach etwa eineinhalb Jahren allerdings holte die Großmutter die beiden wieder ab, weil Großvater und Großonkel mit dieser Entscheidung nicht einverstanden waren: Sie fühlten sich übergangen. Der Chief des Ortes (zuständig für Verwaltung) versprach regelmäßige Kontrollen, dass die Kinder auch wirklich zur Schule geschickt würden. Er hielt sein Wort.

Maureen

Sie ist die ältere Schwester von Caroline. Die von uns angestellte Suche nach Maureen war letztendlich erfolgreich, und die Behörden waren mit der Zuweisung einverstanden. Drei Jahre später war sie 18 Jahre, das Alter, in dem Kinder üblicherweise ein Kinderheim verlassen. Malaika finanzierte noch eine Friseurausbildung im Dorf von Verwandten, doch nach kurzer Zeit lief sie davon. Inzwischen ist sie verheiratet und hat zwei Kinder.

Caro „big“

Sie kam schon 2009 zu uns. Unser damaliger Manager hatte herausgefunden, dass Verwandte sie nur sehr unregelmäßig zur Schule gehen ließen. Stattdessen sollte sie auf dem Acker helfen. Die Behörde war mit der Einweisung einverstanden, und Caro big konnte mit ihrer Intelligenz sehr gute Schulnoten erreichen. Der Ehemann einer ihrer Tanten war relativ wohlhabend, wollte sein Geld aber zunächst nicht in eine Verwandte seiner Frau investieren – ein durchaus übliches Verhalten in Kenia. Malaika machte Druck, und sie übernahmen das Mädchen. Inzwischen ist sie sehr erfolgreich und kurz vor dem Ende ihrer Universitätsausbildung.

Erick

Erick war ca 3 Jahre bei Malaika. Als er das Examen nur mäßig erfolgreich absolvieren konnte, war unseres Erachtens keine Sekundarschulausbildung möglich. Wir empfahlen eine Handwerksausbildung. Ein Jahr lang – so    schlugen wir vor – konnte er als Praktikant unterschiedliche Berufe testen. Nach einigen Monaten brach er diesen Weg ab und fand eine ältere Frau, die ihm die Sekundarschulausbildung mit der Kirche finanzieren wollte. Es war ein unschöner Abschied von Malaika.

Warui

Warui kam zusammen mit Joram aus dem Kindergefängnis. Anders als Joram konnte er sich schnell integrieren. Er war ein recht talentierter Junge – vor allem im Bereich Literatur, Politik, soziale Fragen, aber auch Theater und     Tanz. Er litt unter der Abwesenheit seiner Mutter, die ihn verlassen hatte – ohne eine Nachricht. Malaika versuchte alles Denkbare, um die Mutter zu finden. Tatsächlich gelang das. Ihr Motiv: Sie war so arm, dass sie ihn nicht          mehr hätte ernähren können. Warui verließ uns am Ende der Sekundarschulausbildung. Wir wissen nicht, wo er sich befindet.

Jane

Jane wurde Malaika zugewiesen, als ihre Mutter starb. Der Lebenspartner der Mutter war gefährlich für das Mädchen. Malaika beschützte das Mädchen durch Anonymität. Später konnten wir einen Kontakt zu einem Onkel    herstellen, der die weitere Ausbildung übernahm. Wir haben lange nichts mehr von ihr gehört.

Muturi und Kibe

Die Zwillinge waren “Malaikaner” der ersten Stunde. Als die Behörden erfuhren, dass die Mutter – wohl aus Sorge um das Wohl der beiden – sie über ihre Verwandtschaftsverhältnisse belogen hatten, mussten die Jungen zurück zur Mutter. Unsere finanzielle Unterstützung machte den Wechsel etwas einfacher. Nach etlichen Jahren sahen wir sie anlässlich von Malaikas zehnjährigem Jubiläum wieder. Sie besuchen eine Sekundarschule, nachdem der Besuch nun vom Staat finanziert wird.

Morgan

Morgan wurde am Rande einer Landstraße von der Polizei aufgegriffen. Er wurde uns zugewiesen. Die Tatsache, dass er lernbehindert war und zu epileptischen Anfällen neigte (Befund des Aga-Khan-Hospitals), brachte uns an den Rand unserer Leistungsfähigkeit. Die Mutter war nach heftigen Auseinandersetzungen mit ihrem Ex-Mann willens, den Jungen zu sich zu nehmen. Das Gericht war einverstanden. Wir wissen nur, dass sie die medizinische Betreuung abgebrochen hat und mit Morgan zu einem Heiler geht..

Zack

Tatsächlich hat Zack Malaika nie verlassen: Er lernte den Job als ”Assistent für Landwirtschaft und Gartenbau“. Er war von Anfang an „unser“ Zack, den wir nie allein lassen würden. Die Familie kümmerte sich nie um den Jungen. Ein Durchlaufen der Schule war ausgeschlossen. So blieb er bei uns und fühlt sich sehr wohl. Er hat beim Bauen der Häuser mitgearbeitet, hilft beim Pflanzen von sukuma wiki, Kohl und Broccoli und er wässert liebevoll die Setzlinge. Ich hoffe, er bleibt bei Malaika – für immer?

Njoroge

Er ist Nyamburas Bruder. Der pfiffige Schlingel fühlte sich bei Malaika sehr wohl. Das Leben mit ihm war immer etwas angespannt, aber das war nicht der Grund, dass er uns dann schließlich verließ. Die Regierung hatte eine         Kampagne gestartet, dass die kenianischen „Children’s Homes“ nur für solche Kinder gedacht waren, die keine Verwandten mehr hatten. Der Behördenchef trompetete bei jedem Treffen: Exit! Exit! Exit the children! Wir spürten den Druck und konnten eine Tante von Njoroge überzeugen, dass sie ihn tatsächlich zu sich nahm. Nach und nach merkten wir, dass dies ein Fehler gewesen war: eine bittere Zeit für Njoroge! Schließlich fanden wir einen             Spender in Deutschland, der die Unterbringung in einem Internat finanzierte. Nun geht es ihm viel besser, und er genießt es, in den Ferien auch von Malaika eingeladen zu werden.

Shiro

Shiro ist die Schwester von Emmanuel. Sie hatte sehr ähnliche Symptome wie Morgan – was zu Aggression und unkontrollierbarem Verhalten führte. Wir baten die große Schwester um Hilfe, aber erst nach 2 Jahren willigte sie – und vor allem ihr Mann – ein, Shiro zu sich zu nehmen.

Sharleen und John (“JJ”)

Die Mutter hatte Sharleen und John allein gelassen. Der Vater fühlte sich zunächst nicht verantwortlich. So kriegten wir die beiden Kinder zugewiesen. Nach der Schulphase finanzierte Malaika eine Friseurlehre. Das war ihr größter    Wunsch. Tatsächlich war sie sehr geeignet, und die Ausbilderin war voll des Lobs für ihre clevere Schülerin. Als Sharleen nun 18 Jahre alt wurde, zog es sie zu Verwandten und sie nahm den kleinen Bruder gleich mit. Gelegentlich rufen die beiden bei uns an und bestätigen, dass sie sich bei der Großmutter recht wohl fühlen – in einem Dorf ganz nah an der Grenze zum Sudan.