Kinder im “Outreach”

OUTREACH

SHARIFA: (geb. 1999, volljährig)

Sharifa ist die Älteste der OUTREACH-Jugendlichen. Sie fühlte sich von Beginn an für ihre Geschwister verantwortlich. Sie ist Vollwaisin und lebte bis Ende 2018 bei Malaika, bis sie die Sekundarschule (gleichzusetzen mit dem Abitur) beendet hatte. Nun studiert sie im zweiten Jahr in einem College für Mädchen, ca. 350km entfernt von Malaika. Sie hat das Fach „Sozialarbeit“ gewählt und ist sehr zufrieden mit der Ausbildung.

LOVETT: (geb. 2001, volljährig)

Sharifas Bruder Lovett wechselte nach der Primarschule zur   Sekundarschule, weil er den Wunsch hatte Abitur zu machen. Aber bald merkten wir Erwachsenen, dass die Anforderungen ihm über den Kopf wuchsen. Die akademische Ausbildung war ihm zu theoretisch, und er beteuerte, dass ihm ein College für „Elektrotechnik und Computer/IT“ viel mehr gefallen würde. Nun gibt es leider in Kenia keine Berufsschulen wie in Deutschland. Colleges kann man erst besuchen, wenn das Abitur vollendet ist. Angeboten werden inzwischen mehr und mehr Polytechnik-Schulen, die aber meist noch keinen sehr guten Standard bieten. Wir gingen auf Suche und fanden eine recht attraktive Schule. Es scheint ihm dort sehr gut zu gefallen, besonders seine Fortschritte am Computer.

Wie auch seine Schwestern, Sharifa und Lavine, wurde auch er per Gericht seiner Herkunfstsfamilie zugesprochen. Finanziert wird er von Malaika-Bildungsfonds.

LAVINE: (geb. 2004, bei Verwandten))

Und nun die Dritte im Bunde, Lavine. Auch sie wurde – wie die älteren Geschwister Lovett und Sharifa – der Herkunftsfamilie per Gericht zugewiesen. Sie wollte kein Abitur machen, sondern einen praktischen Beruf erlernen. Zusammen mit Lovett besucht sie nun eine Polytechnik-Schule mit dem Fach „Landwirtschaft“. Aber in ihrem Fall war es nicht so erfreulich wie bei Lovett. Es gab nur 3 Studierende in diesem Fach, also wurde auch nicht regelmäßig ein Lehrer für diese drei bereitgestellt. Nun suchen wir nach einer anderen Lösung.

DIANA: (geb. 2001, volljährig)

Diana ist ein sehr selbstbewusstes und höfliches Mädchen. Nach ihrem Abitur kam die Suche nach einer Berufsausbildung. Sicher war sie sich nicht, was das Richtige für sie sei. Sie suchte im Internet und die erste Wahl: Landwirtschaft. Wir suchten uns Rat bei ein paar Profis und besuchten ein sehr anerkanntes College. Die Schulabschlüsse waren nicht wirklich ausreichend. Ein Praktikum sollte den Aufschluss geben. Dazu kam es nicht mehr, weil nun der Favorit „Sozialarbeit“ war. Im April 2020 kann sie in einem guten College in Kisii anfangen.

JAMES NJOROGE: (geb. 2007, bei Verwandten)

James ist der Bruder von Gladys und Diana. Auch Gladys und James wurden vom Gericht an die Verwandten zurückgegeben, die die Kinder gerne aufnahmen. Allerdings können sie nicht die nötigen Schulgebühren aufbringen. Wir haben also James in unser OUTREACH-Programm aufgenommen. James fühlt sich bei dem Onkel und seiner Frau sehr wohl und ist stolz, wenn der Onkel ihn wegen seiner Hilfe auf dem Acker lobt.

Foto:privat

GLADYS: (geb. 2009, bei Verwandten)  

Gladys ist ein sehr ehrgeiziges Mädchen und war bisher immer eine der Besten in den Klassen. Das hat sich auch nicht geändert, nachdem sie zu Onkel und Tante gezogen sind. Samstags kommt sie nach Njoro, wo sie schon jahrelang samstags in einer missionarischen Organisation gefördert wurde.

Wir haben auch sie in unser OUTREACH-Programm aufgenommen, denn es wäre schade, wenn dieses intelligente und motivierte Mädchen keine weitere Förderung bekäme – wie Abitur und Collegebesuch.

Foto: privat

MARY: (geb.2002)

Mary besucht seit gut einem Jahr ein staatliches Mädcheninternat in Njoro. Die Sekundarschule hat einen guten Ruf und wird finanziell vom Staat gefördert. Zu Beginn war Mary sehr stolz auf diese Ehre und liebte ihre recht strenge Schulleiterin. Inzwischen – nach einer durch Schülerinnen der „Form 4“ (entsprechend Klasse 12 in Deutschland) Brandstiftung aus Wut und Frustration – ist sie nicht mehr glücklich. Es  gehen Gerüchte um, die nicht so positiv klingen. Wir werden uns jetzt schlau machen.

Foto: privat

KANGECHE: (geb.2007)

Kangeche wurde Ende 2019 vom Gericht den Großeltern zugewiesen.  Der Besuch des Sozialarbeiters machte deutlich, dass es sich um eine win-win-Situation handelt: Die Schule ist sehr nah, die Lehrer und Lehrerinnen loben ihn, der Großvater ist glücklich über die Hilfe seines Enkels auf dem Acker und mit den Ziegen und Schafen und Kangeche hat viele Freunde!

CARO: (2001)

Die 19jährige Caro kam zu Malaika, als sie 6 Jahre war. Eine Lese-Rechtschreibschwäche machte ihr in einem Land wie Kenia sehr zu schaffen, denn niemand wusste etwas über dieses Problem. Seit 2 Jahren ist sie nun auf dem Weg zu einer Hotelfachfrau. Eine auf praktischen Unterricht konzentrierte Institution scheint uns allen das Richtige zu sein.

EMMANUEL: (geb. 2003)

Vom Straßenkind zum guten Schüler in einer Privatschule. Zunächst hatte er keine Chance, aber er fasste bei Malaika Fuß, übersprang eine Klasse und ist im letzten Primarschuljahr an der Spitze der Klasse. Die Schule fordert den Internatsweg, damit die Jugendlichen sich konzentriert auf den Abschluss konzentrieren können.

BRAVINE: (geb. 2007)

Bravine  wurde auf Probe umgeschult zu einer Schule nahe seiner Verwandten. Die häuslichen Bedingungen sind noch nicht ganz stabil, aber wir hoffen auf die Hilfe einer starken Tante, die ihn aufgenommen hat.

Die Schule, die Bravine jetzt besucht, gefällt ihm sehr. Der Wechsel machte ihm gar keine Probleme.

NYAMBURA: (geb. 2007)

Schon seit einem Jahr lebt Nyambura bei einem ihrer Onkels – ein sehr netter übrigens. Er und seine Frau kümmern sich gut um sie, und sie fühlt sich wohl. Von Zeit zu Zeit bringen wir dem Onkel Dünger für seinen Acker. Nyamburas Bruder Njoroge lebt in den Ferien die meiste Zeit ebenfalls in dem Dörfchen, in dem der Onkel wohnt.

STEVEN: (geb. 2002)

Steven besuchte seit Beginn 2019, wie Mary, eine anerkannte staatliche Sekundarschule in Njoro. Zu Beginn lief es einigermaßen gut, doch von Term zu Term wurden die Zensuren leider schlechter. Steven war sehr frustriert. Gemeinsam mit ihm suchte das Team nach einer besseren Ausbildungsvariante. Da es immer schon sein Wunsch gewesen war, Automechaniker zu werden, besuchten wir einige Institutionen, die diesen Weg ohne Abitur anboten – allerdings recht teuer. Der dritte Besuch war ein Treffer – das hoffen wir jedenfalls. Ein sehr sympathischer Lehrer wird sich gezielt mit ihm beschäftigen und ihm auch öfters Einzelunterricht geben. Demnächst wird er schon einen Führerschein machen.