Kinder

Kinder

Eins unserer wichtigsten Ziele ist, dass Geschwister zusammen aufwachsen. Das ist uns bis jetzt fast vollständig gelungen.

Da ist zunächst die Gruppe „Sharifa, Lovett, Lavine, Sheila“. Die vier Geschwister gehören zum Stamm der Luos. Sie sind Vollwaisen, die uns vom Kinderamt zugewiesen wurden. Fast alle sind vom ersten Malaika-Tag an bei uns, nur Sheila kam ein Jahr später.

Wir haben noch eine Dreier-Gruppe: „Diana, James Njoroge und Gladys“. Auch sie sind Vollwaisen, aber haben einige Verwandte. Die jedoch sind leider miteinander zerstritten. Die Verhandlungen laufen, ob eine Rückkehr in die Familie stattfinden kann. Der Staat legt – nicht zu Unrecht – großen Wert darauf. Es soll wieder so sein wie früher – bevor es HIV/AIDS gab -, als die Verwandten die Kinder verstorbener Verwandten ganz selbstverständlich zu sich nahmen. Bei so vielen AIDS-Opfern sprengt die Menge der Kinder die Möglichkeiten von Onkeln und Tanten.

Und noch eine Geschwistergruppe wollen wir euch vorstellen: Wamboi, Rahab, Nduta, Mercy. Sie wurden wegen Vernachlässigung zu Malaika gebracht. Die Mutter lebt inzwischen mit ihren zwei weiteren jüngsten Kindern nicht weit entfernt von dem Malaika-Heim und verdient sich ein bisschen Geld mit Gelegenheitsarbeit und Obst- und Gemüseverkauf. Wir hoffen, dass die Mutter eines Tages wieder mit allen 6 Kindern zusammen leben kann. Wir werden sie dabei unterstützen.

Ein weiteres Geschwisterpaar: David und Auma. Sie haben noch einen älteren Bruder, der jedoch zu jung ist, um die beiden Kinder durch’s Leben zu bringen. Alle drei sind Vollwaisen, und die erblindete Urgroßmutter konnte die Verantwortung nicht mehr übernehmen. David tat, was er wollte und Auma wurde einer Tante gegeben, die noch nicht mal ihre eigenen 6 Kinder versorgen konnte. Also kamen Auma und David zu Malaika und sind bei uns gut versorgt.

Hier stellen wir euch die nächste Kindergruppe vor: Mary, Joyce und Kangeche. Sie sind schon lange bei Malaika, denn sie sind Vollwaisen. Die alten Großeltern übernahmen zwar zunächst die Verantwortung, aber nach dem Bürgerkrieg 2008 waren sie bettelarm und gebrechlich. Die Behörden folgten dem Wunsch und wiesen die 3 Kinder ins Malaika-Home.

Hier noch unser letztes Geschwisterpaar: Steven und Joseph. Die Mutter wollte immer das Beste für ihre Kinder, aber eine Krankheit macht sie schwach. Wie sollte sie Geld verdienen? Und eine staatliche Förderung wie in Deutschland gibt es in Kenia nicht. Die beiden Jungen mussten selbst schauen, wie sie ihren Hunger besänftigen konnten. Schließlich lebten sie als Straßenkinder und verließen die Schule. Sie wurden uns von der Behörde zugewiesen und genießen das Leben bei Malaika. Doch da ist noch eine große Liebe zu der Mutter und den zwei jüngeren Schwestern, und die beiden Jungs freuen sich sehr auf die Weihnachtsferien.

Die anderen Kinder wurden uns als einzelne Kinder zugewiesen, auch wenn sie eine Mutter und Geschwister haben. Entweder gefährdeten die Erziehungsmethoden der Eltern die Unversehrtheit des Kindes oder die Kinder wurden dermaßen vernachlässigt, dass sie als Straßenkinder versuchten durchzukommen.